Digitalisieren

Mein Vater hat Unmengen von Filmen zurückgelassen. Überwiegend Normal 8. Die sind mit einem Projektor relativ problemlos abspielbar. Leider reissen die Filme ab und an. Etliche Filme sind auch vertont. Der Ton ist auf Tonband – nicht auf Cassetten – und über einen Intervallgeber werden Bild und Ton synchronisiert. Keine Ahnung, wie das gehandhabt wird. Obendrein ist der Projektor meines Vaters nach rund 50 Jahren kaputt gegangen.

Also: Wir können die Filme nicht so sehen, wie es mit meinem Vater ging und kommen mit der damaligen Technik nicht wirklich klar. Zudem sind die Filme, Tonbänder und Geräte platzintensiv und vom Verfall bedroht. Zeitgemäß wäre es, diese Erinnerungsstücke digital zu konservieren.

Es gibt Anbieter, die bieten eine solche Digitalisierung als Dienstleistung an. Ab 25 Cent pro Meter. Bei geschätzten 60 Filmen mit durchschnittlich 60 Metern Länge nicht gerade ein billiges Vergnügen. Stellt sich also die Frage, wie man das selber bewerkstelligen kann.

Meine Tante hat vor etlichen Jahren einen Schmal-Film einfach mit ihrer Videokamera von der Leinwand abgefilmt. Wir konnten den Film dann auf VHS mitnehmen und am heimischen Fernseher anschauen. Ich habe seit geraumer Zeit auch eine Digicam (Sony DCR-PC100E) und dachte mir, das gleiche kann ich in modernerer Technik auch: Einfach abfilmen und auf DVD brennen.

Ich besorgte mir also erst mal einen Projektor wie den meines Vaters, einen Bauer T12s. Dann warf ich die Filme an eine alte Leinwand und filmte sie mit meiner alten Sony ab. Das Ergebnis war alles andere als befriedigend, denn das Ganze hat mächtig geflackert.

Ich las dann im Internet nach, woran das wohl liegen könnte und vor Allem, wie das abzustellen ist. Man lernt recht schnell, daß Projektoren 24 Bilder pro Sekunde zeigen während die Kameras 25 Bilder in der Sekunde aufnehmen. Logischerweise kommt auf diese Art immer an anderer Stelle des Bildes ein Stück vom Flügelrad mit aufs Bild und deshalb flackert es.

Da ich an dieser Aufnahmetechnik nichts ändern konnte, mußte also die Projektionstechnik verändert werden. Umgebaute Projektoren, die 25 Bilder pro Sekunde zeigen, sind recht teuer. Ab und an findet man in eBay Projektoren mit regelbarer Filmgeschwindigkeit für kleines Geld. Zwei davon habe ich ausprobiert und es flackerte immer noch.

Wieder mal zu Besuch bei besagter Tante gab’s zwei neue Erkenntnisse: 1. Auf den Sensor der Kamera kommt’s an und 2. Je kleiner das Bild projiziert wird, desto schärfer kommt’s rüber. Ad 1. ihre CMOS-Kamera ist verliehen und zu 2. gab sie mir ein Spiegel-Mattscheiben-Konstruktion von Hama mit. Mit der Mattscheibe funktionierte es auch nicht.

Mittlerweile sind wieder zwei Jahre vergangen und mal wieder machte der Akku meiner Sony schlapp. Statt einen neuen Akku zu kaufen, gönnte ich mir mal eine neue Kamera, nämlich eine Panasonic HDC-SD300. Ich wollte einfach mal wieder auf dem Stand der Technik sein, nämlich mit Full HD filmen. Auf der Suche nach einem geeigneten Modell studierte ich diverse Tests. Eigentlich hätte ich aufgrund der guten Erfahrungen bisher gern wieder eine Sony genommen, aber die Panasonic hatte 3 CMOS-Sensoren. Und da dachte ich an den Rat meiner Tante und nahm die.

Eine gute Wahl. Nicht nur, weil die Panasonic HDC-SD300 schöne Aufnahmen auf Speicherkarte macht, neben einem LCD-Panel auch einen Sucher hat und alles wahlweise vollautomatisch oder manuell geregelt werden kann – sondern sie filmt die Schmalfilme vollautomatisch flackerfrei von der Leinwand ab.

Hinweis: Nur bei Verwendung einer Leinwand kommen die Farben lebendig zurück. Eine weiße Wand reflektiert das Licht nicht ausreichend und die Spiegel-Mattscheiben-Konstruktion erzeugt einen “heißen Fleck”, weil der Projektor das Bild eben nicht ganz gleichmäßig ausleuchtet.

Und so geht’s: