SEO

SEO steht für Search Engine Optimization oder auch Suchmaschinenoptimierung.

Wer als Webmaster irgendetwas ins Netz stellt, wartet gespannt auf Besucher. Damit die dann auch eintreffen, kann der Webmaster entweder allen Freunden und Bekannten mitteilen, daß er eine Homepage hat – oder er muß dafür sorgen, daß auch unbekannte Menschen das finden, was er veröffentlicht hat. Die Unbekannten finden nicht, sie suchen. Und zwar in Suchmaschinen. Bevor also Menschen etwas finden, müssen Maschinen dieses Etwas finden und zwar so, daß sie die bereitgestellten Inhalte richtig mit ihren Algorithmen verdrahten und für wichtig genug befinden, es an führender Stelle auf Anforderung wieder auszugeben.

Was muß ein Webmaster also tun, damit er gefunden wird? Welche Werkzeuge gibt es, um den Erfolg der Bemühungen zu überprüfen?

A. Inhalt, Inhalt, Inhalt

Die Hauptsache besteht natürlich darin, Inhalte zu produzieren, die Menschen interessant finden, damit man überhaupt Besucher bekommt. Dazu müssen die Inhalte natürlich originär sein, das heißt, nicht von irgendwo anders “geliehen”. Die Inhalte sollten dazu animieren, nicht bloß kurz mal reinzuklicken, sondern sich damit zu beschäftigen. Es empfiehlt sich also, thematische Schwerpunkte in Nischen zu setzen, die im Netz noch nicht allzusehr besetzt sind. Möchte man, daß Besucher wiederkommen, sollten die Inhalte aktuell sein und regelmäßig aktualisiert werden – wer liest schon die Bücher in seinem Schrank andauernd neu?

Tipps

  1. Wer wissen möchte, was Google inhaltlich aus der Website zieht und was davon von den Surfern abgerufen werden könnte und dann auch wird, sollte sich kostenlos bei den Google-Webmastertools anmelden. Dort gibt es ein Keyword-Tool. Das zeigt, welche Stichworte die höchste Bedeutung in der Site haben. Außerdem gibt es eine Auswertung der Suchanfragen. Hier kann man sehen, wonach und wie häufig Surfer gesucht haben, wenn die Site angeboten wurde, an welcher Position der Suchergebnisse welche Seite gezeigt wurde und wie häufig das Angebot tatsächlich geklickt wurde.
  2. Wer eine Weile seine Seite betreibt und das erste Mal seine Absicht mit den nackten Fakten abgleicht, wird ganz schön erstaunt sein. Jacob Nielsen hat einen schönen Artikel über umgekehrte Pyramiden verfasst, der ein wenig hilft, die Unterschiede zwischen analoger und digitaler Wahrnehmung zu verstehen und sich daran zu machen, beides auf der eigenen Website verträglicher zu gestalten.
  3. Hervorragende Beschreibungen zu Nutzerwahrnehmung und -verhalten im Web finden sich bei Konversionskraft

B. Technik

Es gibt fest definierte und weltweit gültige Sprachstandards für das Internet. Der Bastler oder Template-Benutzer oder Baukasten-Webmaster wird davon noch nie was gehört haben, weil seine Tools oder sein Administrator ja Seiten produzieren, die sein Browser darstellen kann. Browser sind in der Regel recht umgängliche Kumpane, die Abweichungen vom Standard und Fehler oft einfach ausbügeln statt zu meckern – Suchmaschinen meckern auch nicht, strafen fehlerhaften Code aber durch schlechtere Platzierung ab. Man sollte seinem Lieblingsbrowser auch nicht über den Weg trauen: Andere Browser gehen mit demselben Fehler anders um oder unterstützen andere nicht standardisierte Features als der eigene. Die Kunst besteht darin, möglichst aktuelle Technik fehlerfrei anzuwenden und die jeweilige – möglicherweise auch veraltete oder exotische – Benutzerumgebung gleichzeitig flexibel bedienen zu können.

Tipps

  1. Es ist sehr hilfreich, die eigene Seite mal auf Fehler zu testen. Da gibt es gute Hilfe beim w3.org, das ja immerhin die Standards setzt. Meine Seiten haben diese Tests auf validen Code bereits bestanden:
    Valid XHTML 1.1 CSS ist valide!
  2. Wenn die eigene Seite fehlerhaft getestet wurde, ist es Zeit, sich mit HTML und CSS zu befassen. Bei SelfHTML gibt es Grundlagen und ein Nachschlagewerk. The StyleWorks macht CSS verständlich.
  3. Einen guten Ansatzpunkt zum Forschen nach der Sprach-Logik findet man auf der eigenen Website nach einem Klick mit der rechten Maustaste und der Option Seitenquelltext. Beim weiteren Forschen hilft im Firefox der WebDeveloper.
  4. Jeder Webmaster sollte seine Seiten mindestens mit den Browsern Firefox und Internet-Explorer testen und nicht bloß in der Vollbildansicht sondern auch im Fenster-Modus mit unterschiedlichen Größen experimentieren. Dabei sollte auch daran gedacht werden, daß nicht alle Nutzer über die aktuellsten Versionen verfügen – insbesondere vor der Verwendung von Multimedia-Inhalten.

C. Benutzerfreundlichkeit

Hier dreht es sich um die Frage, wie die Inhalte auf Basis fehlerfreier Technik so präsentiert werden, daß die Mehrheit der Benutzer sich ebenso intuitiv zurechtfindet wie die Minderheit mit Einschränkungen und daß sich alle wohl fühlen. Über Geschmacksfragen will ich gar nicht erst schreiben, aber sicher hat jeder schon mal eine Seite besucht, die in blauer Schrift auf schwarzem Grund erfolglos versucht hat, uns etwas mitzuteilen. Oder: wo nach minutenlanger Wartezeit zunächst ein halbes Dutzend Popup-Fenster aufgingen und als die weggecklickt waren, blinkte der ganze Bildschirm, der Lautsprecher dröhnte unsägliche Musik und das eigentlich erwartete Bild war so groß, daß man nach rechts und unten scrollen mußte, um was zu erkennen. Oder: es war unmöglich, Links vom Fließtext zu unterscheiden oder gar ein Menü oder eine sonstige Struktur zu erkennen. Man stelle sich einmal vor, wie solche Seiten auf beispielsweise sehbehinderte Menschen wirken, die sich das Internet von ihrem Computer mittels Screen-Reader vorlesen lassen.

Was der Surfer von jeder Seite erwarten kann, ist Orientierung auf den ersten Blick. Links sollten als solche erkennbar sein und möglichst visuell Auskunft darüber geben, wo sich der Benutzer befindet, wo er hin kann und wo er schon war. Nicht nur Links sollten erkennbar sein, sondern der Text sollte hinreichend Kontrast zum Hintergrund haben und eine ausreichende Größe und erkennbare Schriftart aufweisen, damit er überhaupt gelesen werden kann. Horizontale Rollbalken sollten nach Möglichkeit ebenso vermieden werden wie Inhalte, die zusätzliche Plugins im Browser erforderlich machen, weil beides die Wahrnehmung der Inhalte für einige Besucher möglicherweise unmöglich macht. Zusätzlich ist es hilfreich, wenn der Benutzer beim Überfahren von Links oder Bildern weitere Informationen angezeigt bekommt. Zu guter Letzt sollte immer eine Fallback-Möglichkeit für Fehlerfälle gegeben sein, z.B. Alternativ-Texte für Grafiken und Objekte, wenn diese noch laden bzw. nicht angezeigt werden können oder Fehlerseiten, falls eine Seite gar nicht angezeigt wird.

Tipps

  1. Vierzehntägig veröffentlicht Jakob Nielsen eine Kolumne zur Web- Usability unter dem Titel Alertbox – hier wird alles beschrieben, was man tun und lassen sollte, um benutzerufrendliche Websites zu erstellen.
  2. Dirk Haun hat eine umfangreiche Linksammlung zum Web-Authoring als tinyweb bereitgestellt
  3. Jeder kann selber prüfen, ob seine Webseite benutzerfreundlich ist: Beim Qualidator. Dort gibt es nicht nur eine Gesamt-Bewertung, sondern viele weiterführende Tips und Hinweise mit Links zu sehr guten Erklärungen und Tutorials. Meine Seite hat inzwischen ein AAA-Rating:
    Quality monitored by qualidator.com

D. Bekanntmachung

Wenn also Inhalte, Technik und Benutzerführung endlich den Ansprüchen der Nutzer und Suchmaschinen genügen, wird es Zeit, seine Website bekannt zu machen. Dies geschieht im Internet über den so genannten Linkaufbau. Ziel ist es, möglichst viele Links von anderen auf die eigene Seite zu bekommen. Dabei ist es besonders hilfreich, wenn die Links von “bedeutenden” Seiten stammen – Links von “berüchtigten” Seiten sind hingegen genauso rufschädigend wie ein Puff in der Nachbarschaft für den Wohnwert. Der Webmaster hat grundsätzlich zwei Möglichkeiten, aktiv Links auf die eigene Seite zu generieren: Entweder er trägt seine Seiten irgendwo anders ein oder er bewegt seine Leser, dies für ihn zu tun. Die dritte Möglichkeit des Linkkaufs schließe ich hier mal aus, da ich dies verwerflich finde – und Suchmaschinen obendrein empfindlich ragieren, wenn das rauskommt. Wie also bekommt man Links? Hier meine

Tipps

  1. Nutze alle sozialen Netzwerke im Internet, in denen Du Mitglied bist, um öffentlich sichtbar auf Deine Website hinzuweisen: Twitter, Facebook, YouTube, mySpace, xing sind nur einige davon
  2. Nutze Social Bookmarking Plattformen wie Mr.Wong, Delicious, Linkarena etc., um selber einen wohlgetaggten Link auf Deine Seite zu hinterlassen und binde einen Link zu addthis auf Deiner Seite ein, um Deine Leser zu ermutigen, dasselbe zu tun
  3. Schreibe in Foren und kommentiere Blogs und hinterlasse in Deiner Signatur einen Link. Je spezifischer die jeweilige Seite zu Deinem Thema passt, desto besser. Hilfreich zum Finden von Communities ist der Social Media Planner
  4. Melde Deine Seite in Webverzeichnissen wie Google, Yahoo und vor allem im dmoz sowie bei alexa an.
  5. Verwende die Alexa-Toolbar und besuche Deine eigene Seite häufig – egal wie fragwürdig das scheinen mag. Ich tu das auch und konnte dort mein Ranking binnen Tagen von jenseits der 6 Mio auf unter 3 Mio verbessern. Aktuell:
  6. Prüfe regelmäßig Backlinks, welche Seiten auf Deine verlinken, z.B. mit der Backlink-Watch oder dem Internet-Baron
  7. Prüfe in Deinen Server-Logs, welche Suchmaschinen sich wo auf Deiner Seite rumtreiben und vor allem, welche davon auch Besucher generieren
  8. Prüfe in Abständen, welche Deiner Seiten bei Google und Yahoo indiziert sind.
  9. Kommuniziere mit Suchmaschinen mittels .htaccess, robots.txt, sitemap.xml und robots-tag

E. Ernte

Nach einiger Zeit des qualitativ hochwertigen und kontinuierlichen Publizierens wird man feststellen, daß man Stamm-Leser hat und auch einige Kommentare und Mails erhalten. Dann macht das ganze erst richtig Spaß, weil so ein Dialog beginnt mit Menschen, die man anders nicht getroffen hätte.

Es gibt aber immer noch was zu tun:

Tipps

  1. Beantworte Mails und Kommentare
  2. Gehe auf Nutzerwünsche bezüglich Inhalt und Gestaltung ein
  3. Prüfe, wie Du so im Netz dastehst. Als Tools empfehle ich Seitwert und Seitenreport. Hier mein Ranking:
    Seitenreport - Die Website Analyse / SEO Seitwert

F. Zu guter Letzt

Wer diesen Artikel bis hierher gelesen hat, ist entweder sehr gelangweilt oder hat echten Bedarf. Für beide Lesertypen gilt: Jetzt gibt es Hausaufgaben – und die machen richtig Arbeit!

Tipps

  1. Sei neugierig
  2. Habe Ausdauer und Geduld
  3. Have Fun!